© 2010 Markus Schwarze

Portrait eines wohnungslosen Hamburgers #014

Hallo,

heute war ich für “mein Bild des Tages” in der Hamburger Innenstadt unterwegs. Ich war gerade dabei einige Tauben am Jungfernstieg zu fotografieren, als mir dieser Mann auffiel. Ich habe Ihn angesprochen und gefragt, ob ich ein Foto von Ihm machen darf – er bejahte. Wir kamen dabei sehr schnell ins Gespräch und er erzählte mir, wie es dazu kam. Er hatte einen eigenen kleinen Handwerksbetrieb, jedoch wurden seine Arbeiten nicht bezahlt. Die private Insolvenz war seine “Rettung”, wie er sagte: “Vier Jahre muss ich noch durchhalten, dann fängt das normale Leben wieder an.”

Anschließend waren wir am Jungfernstieg Wurst und Brötchen essen. Leider habe ich mir seinen Namen nicht gemerkt, aber ich drücke Ihm für die nächsten Jahre die Daumen.

Viele Grüße

Markus

6 Comments

  1. Sebastian
    Posted 18. Januar 2010 at 16:50 | #

    Hallo Markus,

    sehr schöne Idee und tolle Umsetzung. Macht Spaß, jeden Tag auf´s Neue überrascht zu werden, ein wenig wie Weihnachten.

    Speziell dieses Bild gefällt mir gut. Sagt viel über Dich aus. Scheinst eine sympatische Art zu haben und vor allem, du suchst den Kontakt zu Menschen, denen viele mit Abscheu, mindestens aber mit Ignoranz begegnen. Du fragst nach der Geschichte dieser Person und gibst ihm dadurch ein Gesicht. Nicht das eines Obdachlosen oder das eines Alkoholikers, sondern das eines Gefallenen, der es hoffentlich bald wieder auf die eigenen Beine schafft. Neugier, Empathie und natürlich technisches Verständnis scheinen tolle Fotografen hervorzubringen. VG

  2. Posted 8. Februar 2010 at 18:16 | #

    Also erstens inspiriert mich dein Projekt total.
    Und zweitens finde ich es sehr toll, zu den Fotos auch noch die Geschichte hinter dem Gesicht zu erfahren.
    Gerade auch bei diesem Foto. Ich finde es schön, dass die Leute nicht vollkommen anonym bleiben, sondern immer noch ein paar Worte dabei stehen.
    Weiter so!

  3. Posted 26. Februar 2010 at 10:47 | #

    Sehr eindrucksvolles Foto, ich bin auf die weiteren gespannt und interessiert an deren Geschichten.

    Hierzu muss ich jedoch sagen, dass die Insolvenz weder Armut noch Obdachlosigkeit bedeutet. Leider wird das durch seine Aussage ins falsche Licht gerückt :(

    Gefallen ja, durch seine Vorgeschichte… auf die Beine wird er es ohne Hilfe wohl nicht schaffen, denn seine Aussage dass er noch vier Jahre “durchhalten” muss sieht für mich wie eine Flucht / Ausrede aus, leider. Die Gewohnheit an die Obdachlosigkeit tritt viel zu schnell ein und lässt Ziele verlieren.

    Er muss nicht durchhalten, er muss nur anfangen!

    Gruß
    Daniel (der noch 2 Jahre vor sich hat)

  4. Jack
    Posted 9. August 2010 at 17:05 | #

    Hallo,
    die Geschichte hinter dem Bild ist zwar ganz nett aber der Gute ist nicht obdachlos und was mit dem Rest der Story ist kann ich nur mutmaßen…
    Hab fünf Jahre mit dem Typen in einem Haus gewohnt und bin davon überzeugt, daß er KEIN Mitleid verdient hat!
    Trotzdem das Bild find ich gut – das Motiv kann ich nicht mehr sehen!
    Beste Grüße

  5. Birgit Huff
    Posted 9. August 2010 at 17:30 | #

    Das Problem ist, dass dieser Obdachlose (Karl-Heinz heisst er) nicht obdachlos ist. Er war jahrelang unser Nachbar auf St. Pauli und wohnt da immer noch. Jeden Morgen hat er mitsamt ‘bin obdachlos’-Schild und Hunden die Wohnung verlassen, um dann abends wieder zu kommen und oft und gerne seine Freundin und/oder die Hunden zu schlagen. Tut mir leid, dass Du auf einen Scheinobdachlosen reingefallen bist.

  6. stefan
    Posted 9. August 2010 at 17:54 | #

    markus,
    die wurst pommes hättest du lieber einem kandidaten spendieren sollen, der sich die wurst durch ehrliche armut auch verdient hätte. oder hat atze dir einen ausgegeben? das würde mich wundern. denn atze wohnt in der kastanienallee in st.pauli mit frau, kind und einer stinkenden horde hunden und sah nie danach aus, als ob er gerne spendiert, höchstens mal n paaar aufs maul für seine frau. schön wars nicht.

    viele grüße
    stefan (ein ex-nachbar)

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